Stefane Morin vom Amorino in La Vallée Village will der Welt zeigen, was gutes Eis ist
Die Qualitäts-Eismarke Amorino wurde 2002 in Paris mit dem Ziel gegründet, himmlisches Gelato aus den frischesten natürlichen Zutaten, nach meisterlichen Verfahren und unter Einsatz neuester Technik herzustellen. Mittlerweile verfügt die Marke über mehr als 50 Filialen in aller Welt, darunter allein 40 in Frankreich. Die neueste Amorino-Filiale wird diesen Sommer in Greenwich Village in New York eröffnet. Stefane Morin, Besitzer des Amorino in La Vallee Village, erzählt Michael Black, wie man die Welt für gutes Eis begeistert, welche Nationalitäten welche Sorten bevorzugen und wo die Zukunft der Eiscreme liegt.
Michael Black: Also, Stefane, was ist Ihr Lieblingsdessert?
Stefane Morin: Eis natürlich. Denn italienische Jungs werden mit Eis
großgezogen. Als ich klein war, saßen die Erwachsenen jeden Nachmittag auf dem Marktplatz und schwatzten, und wir Kinder aßen Eis.
MB: Was ist Ihre Lieblingssorte im Amorino?
SM: Pistazie, aber auch das Vanilleeis ist ein Traum.
MB: Wie sieht die Zukunft der Eiscreme in Frankreich aus?
SM: Die Franzosen wissen wenig von erstklassigem Eis, weil man ihnen nie eines angeboten hat. Es gibt bestimmte Firmen, deren Namen ich nicht nennen werde, die diesen Markt geschützt und keine Experimente zugelassen haben. Folglich essen die Franzosen rund siebenmal weniger Eis als die Amerikaner. Doch dank unserer Amorino-Filialen haben die Franzosen jetzt entdeckt, wie exzellentes Eis eigentlich schmeckt, und daher glaube ich, dass Eis hier eine großartige Zukunft hat. Man muss die Menschen einfach nur aufklären.
MB: Was haben Sie in das Geschäft eingebracht?
SM: Rund um La Vallee Village lebt eine sehr unterschiedlich zusammengesetzte Bevölkerung. Meine Frau – die mit mir im Geschäft arbeitet – und ich sind viel gereist und wissen daher ziemlich gut über die unterschiedlichen Geschmacksvorlieben der einzelnen Nationalitäten Bescheid. Am persischen Golf schätzt man zum Beispiel Karameleis, während die Asiaten Schoko und Pistazie lieben.
MB: Welche drei Sorten repräsentieren das Amorino am besten?
SM: Amorino Schokolade; Amarena, mit Kirschen und Sherry zubereitet; und Crema.
MB: Gibt es in der Eisbranche irgendwelche Trends?
SM: Nicht viele, aber ich bin sicher, dass sich das in Zukunft ändern wird. Viel wichtiger ist es meiner Meinung nach jedoch, den Geschmack der Kunden weiterzubilden und sie von Vorurteilen abzubringen. Unsere Eissorten enthalten keine künstlichen Aromen und Farbstoffe, was beispielsweise dazu führt, dass unser Bananeneis nicht gelb, sondern weiß ist. Doch die Leute sagen uns immer: „Wenn es nicht gelb ist, ist es nicht Banane!“ Außerdem ist es – nun, eigentlich kein Trend, sondern eher ein Prinzip unseres Unternehmens, das Eis bei minus 20 Grad herzustellen und zu lagern und den Kunden dann mit einer Temperatur von minus 13 Grad zu servieren.
MB: Ist das wichtig?
SM: Alle unsere Eissorten werden in schöner Rosenform präsentiert. Wenn man das Eis mit dieser Temperatur serviert, lässt es sich leichter formen. Außerdem werden so die Aromen freigesetzt, was bei Temperaturen unter minus 13 Grad nicht geschieht.
MB: Lässt sich diese Rosenform leicht erzeugen?
SM: Man braucht dazu eine geschickte Hand. Manche haben Talent dazu, und andere lernen es nie.
MB: Was würden Sie sonst noch empfehlen?
SM: Eine Focaccina – eine mit Orangenblüten aromatisierte Brioche, die mit Eis gefüllt und erwärmt wird, sodass die Brioche warm ist, während das Eis ein klein wenig schmilzt, aber kalt bleibt.
MB: Welche Bedeutung hat das Amorino für La Vallee Village?
SM: Die Menschen wissen, dass sie bei uns gute, hochwertige Produkte und einen sehr persönlichen Service bekommen. Vor uns hat hier keiner Süßes angeboten, und deshalb sind wir bei Leckermäulern äußerst beliebt, vor allem bei den Kindern.
14-06-2011