Jamie Oliver, Fernsehkoch mit sozialem Engagement, hat eine Reihe spannender neuer Projekte in Vorbereitung und einen dementsprechend vollen Terminkalender. Trotzdem schenkte er uns ein paar Minuten seiner wertvollen Zeit, um uns zu verraten, was sich bei ihm derzeit tut und was es mit dem spannenden neuen kulinarischen Angebot auf sich hat, das sein Fabulous Feasts-Team für Bicester Village entwickelt hat: den Fabulous Feasts Imbiss. An diesem bodenständigen Imbissstand wird Essen zum Mitnehmen mit all der Leidenschaft und Qualität zubereitet und serviert, die man mit Olivers Kochkunst verbindet.
Ist die Eröffnung von Jamie Oliver’s Fabulous Feasts in Bicester Village eine Premiere? Wenn ja, was war für Sie dabei anders als bei Ihren anderen Eröffnungen?
Der Fabulous Feasts Imbiss ist der erste seiner Art. In gewisser Weise ist er ein Miniatur-Restaurant – es gibt dort zwar Essen zum Mitnehmen, aber in absoluter Topqualität. Ein weiterer Unterschied ist wohl, dass wir kaum Promotion dafür gemacht haben und die Leute somit fast durch Zufall darüber stolpern mussten. Aber wenn sie erst einmal das Essen probiert haben, erzählen sie ihren Freunden davon, und das führt zu einer Art Schneeballeffekt.
Welche Botschaft haben Sie für die Besucher von Bicester Village, die zu Fabulous Feasts kommen?
Sie sollten einfach wissen, dass ich zwar nicht selbst dort koche, aber alles ständig überwache – die Speisekarte, den Einkauf –, genau wie in allen meinen Restaurants. So können sie sicher sein, preiswertes Essen von hoher Qualität zu bekommen.
Finden Sie, dass die Trends beim Essen genauso mit der Saison wechseln wie in der Mode? Wenn ja, wie erkennen Sie solche Veränderungen und halten mit Ihnen Schritt?
Der Wechsel der Jahreszeiten schreibt mir immer vor, was ich koche – aber ich weiß nicht, ob man das als Trend bezeichnen kann. Langfristig gesehen gibt es beim Essen definitiv Dinge, die im Lauf der Jahre in Mode und wieder aus der Mode kommen – wenn Sie alt genug sind, um sich an die 1980er erinnern zu können, dann fallen Ihnen sicher auch einige Dinnerparty-Favoriten ein, die Sie heute absolut nicht mehr servieren würden (obwohl es auch ein paar Retro-Klassiker gibt, die ich liebe!). Aber heute sieht es im Bereich Essen sehr gut aus, finde ich: Die Leute legen viel mehr Wert darauf, dass die Nahrungsmittel mit Sorgfalt aufgezogen oder angebaut wurden, und ganz allgemein würde ich sagen, dass der Fokus heute mehr auf dem Essen selbst liegt als je zuvor. Und was Veränderungen anbelangt – in der Welt des Essens gibt es sie ständig. Der beste Weg für mich, damit Schritt zu halten, sind viele gute und relevante Informationen. Zum Glück habe ich ein tolles Team hinter mir, das mir hilft, auf dem Laufenden zu bleiben.
Planen Sie auch Eröffnungen in anderen Chic Outlet Shopping Villages?
Ja, ich denke, dass wir weitere Optionen prüfen werden. Aber zunächst warten wir ab, bis sich der Imbiss in Bicester Village etabliert hat.
An welchen Moment in Ihrer bisherigen Karriere erinnern Sie sich am liebsten?
Ich habe viele lebhafte Erinnerungen – manche gut, manche schlecht. Zu den besten gehören die Erinnerungen an die Abschlüsse in den Fifteen-Restaurants. Da sieht man diese brillanten jungen Leute, die ohne Kenntnisse und ohne jeglichen Karriereplan, dafür aber mit jeder Menge Begeisterung angekommen sind und sich im Lauf der einjährigen Ausbildung zu wirklich fähigen Köchen entwickelt haben, die mit erhobenem Kopf in die Welt hinausgehen können.
Was ist für Sie das perfekte Essen, und wo nehmen Sie es am liebsten ein?
Zuhause mit meiner Familie und vielleicht ein paar Freunden. Das perfekte Essen ist für mich wohl ein großer Braten aus dem Holzofen – Lammschulter mit sämtlichen Beilagen.
Und was haben Sie als Nächstes vor?
Mein nächstes Projekt, an dem ich das ganze letzte Jahr hindurch gearbeitet habe, ist ein Buch plus Fernsehserie mit dem Titel „Jamie’s Great Britain“. Das Faszinierende daran ist, dass ich mich in den vergangenen Jahren mit Essen aus ganz Europa und Amerika beschäftigt habe, aber nie wirklich eingehend mit unserer eigenen Küche, obwohl ich sie liebe und damit groß geworden bin. Ich hoffe, dass alle das Buch und die Serie mögen und unsere britische Küche wieder richtig schätzen lernen, weil wir über die Jahre so schlechte Presse bekommen haben; besonders aus anderen Ländern, wo man offenbar glaubt, dass es bei uns nur Fish and Chips gibt.
Haben Sie ein geheimes Rezept, das Sie mit uns teilen würden?
Um ehrlich zu sein, ich habe wohl überhaupt keine geheimen Rezepte – alle meine Rezepte werden für meine Bücher oder Restaurants verwendet! Ich teile eben gerne.
17-11-2011